Luke´s Blog

Unter neuen Sternen. Vol.2

Wer ein Warum hat zu leben, erträgt fast jedes Wie.

Friedrich Niet­zsche

Vier Wochen sind ver­gan­gen, da ich meinen let­zten Beitrag veröf­fentlicht habe. In ihm schrieb ich sehr neg­a­tiv über die USA und erhielt daraufhin viele Nachricht­en wie “Hof­fentlich hältst du das noch bis August aus” oder “Ich kön­nte da nicht wohnen”… … Ver­ste­ht mich nicht falsch, ich bin gerne in hier! In “Unter neuen Ster­nen” habe ich nur die Dinge ange­sprochen, die mir nicht gefall­en an diesem Land. Vielle­icht habe ich damit einen falschen Ein­druck mein­er bish­eri­gen Erfahrun­gen erschaf­fen. Nicht alles hier ist kaputt und zer­brochen, nein, nicht alles. Heute will ich also, nicht um den let­zten Beitrag zu rel­a­tivieren, vielmehr um ihn zu ergänzen, eine kleine Liste all der pos­i­tiv­en Ein­drücke erstellen.

Als erstes wäre da das Essen. Wenn wir an die Esskul­tur in den USA denken, fall­en uns oft nur die Fast­food Ket­ten und Fri­teusen ein. Ich für meinen Teil kann aber guten gewis­sens behaupten, dass man hier auch sehr gesund leben kann. Vielle­icht rührt das daher, dass ich nicht das Geld habe, jeden Tag essen zu gehen. Vielle­icht aber auch daher, dass Cam­den sehr mexikanisch geprägt ist und es ein­fach Spaß macht, Gerichte der mexikanis­che Küche nachzukochen und auszupro­bieren.

Der zweite Punkt auf mein­er Liste sind die Men­schen. Mein­er Erfahrung nach sind Amerikan­er her­zlich­er und mehr “out­go­ing” als Deutsche. Es gab bish­er keine einzige Woche, in der ich nicht zum Essen ein­ge­laden wurde oder mir jemand während der Arbeit einen Kaf­fee gebracht hat, ein­fach so. Man kön­nte denken, dass sich Deutsch­land und die USA sehr ähn­lich sein soll­ten, was die Men­schen ange­ht sind sie das aber defin­i­tiv nicht. Ich will damit aber auf keinen Fall sagen, dass die Leute hier “bess­er” sind, als in Europa. Die über­triebene Fre­undlichkeit ist näm­lich nur Fas­sade. Wenn dir jemand sagt, du könnest jed­erzeit anrufen, dann will diese Per­son eigendlich nicht, dass du sie “jed­erzeit” anruf­st. Des weit­eren sind Amerikan­er größ­ten­teils sehr viel ober­fläch­lich­er als was ich gewohnt war.

Stop.

Während ich das schreibe, fällt mir auf, dass jed­er Punkt den ich bish­er genan­nt habe und jed­er Punkt den ich noch nen­nen will, so pos­i­tiv ich es for­muliere, eigentlich auch als neg­a­tiv aufge­grif­f­en wer­den kann. Ich Frage mich ger­ade wirk­lich was mir an den USA gefällt. Man kön­nte dieses Land ver­gle­ichen mit RTL: Es macht Spaß mal reinzuschauen, aber irgend­wann ist dann auch wieder gut. Mir war von der ersten Woche an klar, dass ich hier nicht dauer­haft leben kön­nte.
Das klingt jet­zt alles wieder viel neg­a­tiv­er als es ist! Wie oben erwäh­nt bin ich sehr gerne hier und genieße es in vollen Zügen. Wenn ich allerd­ings nicht wüsste, dass ich näch­sten August wieder nach Hause fliege, wenn ich nicht wüsste, dass ich hier bin um etwas gutes zu tun, dann wäre die Stim­mung eine andere.

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