Luke´s Blog

New York, New York

Kein Zitat. Irgend­wie passt das nicht zur Stim­mung eines “Bericht-Beitrags”

- Lukas Baur

Wie der Titel wohl ver­muten lässt, gibt es heute zur Abwech­slung wieder ein kleines life update von mir. Fast einen Monat lebe ich nun in DER Stadt. Wenn ich so drüber nach­denke, kön­nte ich schon rel­a­tiv viel erzählen. Trotz­dem ver­suche ich mich in fol­gen­den Zeilen kurz zu fassen.

Der 2. Jan­u­ar war ein komis­ch­er Tag. Mor­gens wachte ich noch in Cam­den auf, meine Mut­ter war zu Besuch und es war einiger­maßen annehm­bares Wet­ter, abends schlief ich ganz ohne Besuch, bei ganz fürchter­lichem Wet­ter, ganz wo anders wieder ein. Vielle­icht war der Regen aber auch genau das, was ich brauche. Hört sich vielle­icht komisch an, aber an diesem Abend mit ein­er Tasse Tee auf mein­er Fen­ster­bank zu sitzen und in den Regen zu schauen, nach­dem ich im Cen­tral Park spazieren war, gehört jet­zt schon defin­i­tiv zu meinen Top Erin­nerun­gen 2019. Mein Raum ist klein, klein aber gemütlich. Bis heute ist es mir ein Rät­sel, wie ich all mein Gepäck hier ver­stauen kann. Der Raum fasst keine zwei Meter in der Bre­ite und max­i­mal drei in der Länge. Pos­i­tiv anzumerken ist jedoch, dass bei diesen Angaben wed­er der Wand­schrank noch die winzigie Küchen­zeile mitein­be­zo­gen sind… Ein Waschbeck­en im Zim­mer, so habe ich gemerkt, ist ein großes Upgrade und für mich als ohne­hin faulen Men­schen Ide­al. So muss ich seit meinem Umzug zu Zäh­neputzen nicht mehr den Raum ver­lassen.

Mein neues Pro­jekt ist wun­der­voll. DOROT ist kein Obdachlosen­heim im herkömm­lichen Sinne, im Prinzip würde ich es nicht­mal als ein solch­es beze­ich­nen. Men­sch, die kein Dach über dem Kopf haben, kurz davor ste­hen oder ger­ade ein­fach nicht genug geld ver­di­enen um men­schen­würdich leben zu kön­nen, über 60 Jahre alt sind und gewil­lt sind, sich ein Zim­mer zu teilen, haben die Möglichkeit hier unterzukom­men. In den zwei bis sechs Monat­en, in denen sie hier leben dür­fen, wird dann nach ein­er dauer­haften bleibe geschaut. Es ist über­aus inter­es­sant, auf was für Men­schen man hier trifft. Von ehe­ma­li­gen Lehrern über Pianistin­nen bis hin zu Tan­ten von NFL Profi-Foot­ball­spiel­ern ist alles dabei — und mit­ten drin ich. Zu meinen Auf­gaben zählen Dinge wie kochen, tele­fonieren oder Mails schreiben. Man kön­nte mich unter der Kat­e­gorie “Mäd­chen für alles” einord­nen. Das klingt zwar blöd, ist es aber keineswegs. Zum ersten Mal sein Monat­en füh­le ich mich tat­säch­lich gebraucht. Ich habe einen kleinen eige­nen Schreibtisch in einem kleinen ( aber eige­nen ) Büro. Meine Kol­legin­nen und Kol­le­gen sind sehr fre­undlich und mehr und mehr füh­le ich mich zu Hause. Wie in einem vorheri­gen Beitrag schon erwäh­nt, arbeite ich einen Tag in der Woche für das Haupt­büro und besuche Holo­caust Über­lebende. Nach erst drei besuchen kann ich lei­der noch nicht so viel darüber bericht­en, lasst euch aber gesagt sein, dass es eine sehr erfül­lende, inter­es­sante und herz­er­greifende Arbeit ist. Grüße gehen an dieser Stelle raus an Hel­ga, Lily und Her­bert!

New York ist eine wun­der­volle Stadt. Auch wenn die Sub­way (U-bahn) Tick­ets hier 120$ im Monat kosten und man für eine Zah­n­pas­ta mehr aus­geben kann als für ein Mit­tagessen, ist mir dieser Großs­tadtd­schun­gel sofort ans Herz gewach­sen. Es gibt nichts schöneres, als in ein neues Vier­tel zu fahren und ein­fach ein biss­chen rumzu­laufen. Die Stadt, die niemals schläft, von wegen! Wenn man sich hier erst­mal ausken­nt, find­et man auch ruhige Nach­barschaften, gemütliche Parks und Kle­in­stadt­flare. Ich kön­nte stun­den­lang über diese Stadt schreiben, hätte aber am Ende noch nicht die Hälfte dessen erfasst, was das “New Ams­ter­dam” zu bieten hat. Wenn ihr die Chance habt, Mal herzukom­men, tut es, es lohnt sich.

Viel mehr kann und will ich gar nicht bericht­en. Natür­lich kön­nen ich erzählen, wie ich drei Mal die Woche ins Kino gehe oder was für neue Klam­ot­ten ich mir gekauft habe, aber das führt dann vielle­icht irgend­wann doch zu weit…

- Luke

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